Neue Erkenntnisse

Das Herz-CT - der beste Schutz vor einem Herzinfarkt

Mar 4, 2020

Die Risikostratifizierung mit dem Kardio-CT ist die modernste und verlässlichste Methode sich vor einem Herzinfarkt zu schützen bzw. ein Herzinfarktrisiko mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

In Deutschland sterben mehr als 65 000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Der Tod kommt plötzlich und unerwartet. Aus scheinbarer Gesundheit schlägt das Schicksal zu. Die häufigste Ursache ist die Erkrankung der Herzkranzgefäße, die schon früh beginnt und lange ohne irgendwelchen Beschwerden ist. Allerdings kann sich ein plötzlicher Herztod Tage und Wochen zuvor durch Symptome wie Brustschmerzen oder Atemnot ankündigen. Diese Symptome erleben die meisten Betroffenen am Tag des Ereignisses, werden aber in der Mehrzahl ignoriert.

Im Alter von 45 – 70 Jahren ist jeder 9. Mann betroffen. Bei Frauen kommt es in diesem Lebensabschnitt seltener zum plötzlichen Herztod und trifft nur jede 30. Frau (Framingham Heart Study – JACC 2016;5:e002398).

Das Lebenszeitrisiko an Darmkrebs zu erkranken beträgt 1 zu 21. Das hat dazu geführt, dass zur Früherkennung im Sinne der Vorsorge eine Darmspiegelung empfohlen wird und die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Eine flächendeckende präventive Untersuchung hinsichtlich Herzinfarktrisiko jedoch steht auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen nicht zur Verfügung.

Wie kommt es zum Herzinfarkt?

Wer kennt nicht jemand in seinem Bekanntenkreis oder in der Verwandtschaft, der plötzlich einen Herzinfarkt erlitten hatte. Der Herzinfarkt ist immer noch trotz großer Fortschritte in der Behandlung die häufigste Todesursache in der westlichen Welt und unmittelbare Ursache des plötzlichen Herztodes. Wenn sich ein Herzkranzgefäß von jetzt auf gleich verschließt kann es durch den Blut- bzw. Sauerstoffmangel zu einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung kommen, die das Herz zum Stillstand zwingt.  

Das Risiko für eine Herz- Kreislauferkrankung lässt sich mit einer Vortestwahrscheinlichkeit berechnen. In diese Berechnung fließen bestimmte Risikofaktoren, wie Familienanamnese, LDL-Cholesterin, Lp(a), Blutdruck, Blutzuckerstoffwechsellage, Lebensstil, psychosozialer Stress mit ein. Schon bei einem einzigen Risikofaktor steigt das Lebenszeitrisiko für einen plötzlichen Herztod bzw einen Herzinfarkt und mit jedem weiteren Faktor erhöht sich dieses Risiko.

Die Domäne der Herz-CT-Untersuchung ist das rechtzeitige Erkennen eines möglichen Risikos bei geringer oder mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit, also bei solchen Menschen von denen man gar nicht ein Herzinfarktrisiko erwarten würde.

Was kann das Kardio-CT ?

Das Herz-CT ist somit eine effiziente, für den Patienten nicht belastende Untersuchung, die in wenigen Minuten durchgeführt ist. Zum einen wird der Nachweis von verkalkten Herzkranzgefäßen geführt und zum anderen werden die Herzkranzgefäße auf Engstellen untersucht. Dies erfolgt mit einem gut verträglichen Kontrastmittel. Damit können ohne einer Herzkatheteruntersuchung die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht werden. Im Gegensatz zur Herzkatheteruntersuchung können nicht nur Verengungen ausgeschlossen oder festgestellt werden, sondern es können verkalkte, gemischte nicht verkalkte Ablagerungen zur Darstellung gebracht werden. Das Ausmaß dieser Gefäßplaques und deren Zusammensetzung geben Auskunft über das Herzinfarktrisiko. Viel Kalknachweis bedeutet viele nicht verkalkte Plaques, die aufbrechen können und die Ausgangspunkte für eines Herzinfarkt sein können. Die Verletzung der tapetenförmigen Auskleidung des Herzkranzgefäßes aktiviert die Blutgerinnung mit Bildung eines Blutgerinnsels. Dieser Thrombus dichtet nicht nur die Verletzung ab, sondern kann auch das Gefäß verschließen, wodurch der Herzinfarkt entsteht - durch den fehlenden Sauerstoff stirbt Herzmuskelgewebe.

Mit dem Herz-CT kann mit größter Sicherheit eine noch nicht symptomatische Erkrankung der Herzkranzgefäße erkannt werden. Die CT-Angiographie besitzt einen nahezu 100 % negative prädiktiven Wert und dient somit mit sehr hoher Verlässlichkeit zum Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung.

Das Herz-CT ist somit die verlässlichste Untersuchung um ein Risiko für einen koronare Herzerkrankung einzuschätzen und aus dieser Erkenntnis heraus auch rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen um einen Herzinfarkt abzuwehren.

Wie kann man das Herzinfarktrisiko senken?

Werden durch die koronare CT-Angiographie Ablagerungen, sogenannte „Plaques“ nachgewiesen, müssen diese behandelt werden. Die Forschungen der letzten Jahrzehnte haben als kausalen Faktor für die Entstehung der Gefäßplaques das LDL-Cholesterin zweifelsfrei identifiziert.

Die Höhe des LDL-Cholesterins im Blut ist weniger ernährungsbedingt, als viel mehr genetisch verursacht. Durch zusätzliche Risikofaktoren, die durch den Lebensstil beeinflusst werden, kann sich diese Anlage vorzeitig manifestieren.

Neben einem gesunden Lebensstil mit regelmäßigen körperlichen Aktivitäten, kalorienarmer Ernährung und Nikotinverzicht kann eine konsequente medikamentöse Senkung des „bösen“ LDL-Cholesterins das Aufbrechen der Gefäßplaques verhindern. Wird das LDL-Cholesterin besonders stark gesenkt (weniger als 80mg%), können sich die nicht verkalkten Ablagerungen auch wieder zurückbilden, wodurch es zu einer besonders starken Senkung des Herzinfarktrisikos kommt.

Was sind normale Werte?

Das LDL ist normal, wenn es weniger als 116mg% und der Blutdruck bei Selbstmessung weniger als 130/80 ist. Eine 2019 am Europäischen Kardiologen Kongress (ESC) vorstellte Studie berichtet über eine 80%ige Senkung des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfall, wenn der Blutdruck und das Blutcholesterin ein Leben lang normal sind.  

Kardio-CT der neuesten Generation

Im Praxisverbund mit dem CCB-Bethanienkrankenhaus in Frankfurt stehen unseren Patienten das modernste Kardio-CT-Gerät zur Verfügung. Mit dem Dual-Souce System und der Flash-Technik beträgt die Strahlendosis nur 1-3 mS und entspricht in etwa der jährlichen natürlichen Strahlenexposition. Bei guten Voraussetzungen kann die Strahlendosis sogar weniger als 1 mS betragen. Nur selten sind höhere Strahlendosen notwendig um aussagekräftige Darstellungen der Herzkranzgefäße zu erhalten.

Wann ist eine Herz-CT Untersuchung sinnvoll?

1.     Bei unklaren Brustschmerzen oder Luftnot um eine Verengung der Herzkranzgefäße auszuschließen.

2.     Zur Risikoabschätzung von kardiovaskulären Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall), vor allem bei bestehenden Risikofaktoren.

3.     Beurteilung von Bypässen nach Herz-Operation, von Durchgängigkeit von Koronarstents. Gelingt die Darstellung der Bypässe in der Regel problemlos, ist die Beurteilbarkeit der Stentdurchgängigkeit abhängig von Stentgröße und Stentmodell.

Wie wird die koronare CT-Angiographie durchgeführt?

Die Gabe von Kontrastmittel ist bei einer Überfunktion der Schilddrüse und bei stark eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Eine Blutabnahme mit Bestimmung von TSH und Kreatinin sind daher notwendig.

Während der Untersuchung sollte die Herzfrequenz weniger als 60/min sein. Dies wird leicht durch eine Einnahme eines Betablockers am Vorabend und/oder am Tag vor der Untersuchung erreicht. Damit erhöht sich die Bildqualität und spart Strahlendosis.

Zu der Untersuchung muss man nicht nüchtern bleiben. Auf Kaffee sollte wegen einer möglichen Herzfrequenzerhöhung verzichtet werden. Sonst sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen.

Unmittelbar vor der Untersuchung wird ein EKG-angelegt und ein venöser Zugang - idealerweise im Bereich der rechten Ellenbeuge - geschaffen über den das Kontrastmittel mit Hilfe einer Kontrastmittelpumpe verabreicht wird. Unmittelbar nach der Kontrastmittelgabe, wenn sich das Kontrastmittel verteilt, wird eine warme Welle durch den Körper ziehen, wobei die Intensität des Wärmegefühls von den Patienten sehr unterschiedlich empfunden wird.

Insgesamt fährt die Untersuchungsliege 3 x durch den Röntgenring. Sehr wichtig ist dabei das von einer Computerstimme zu befolgende Atemmanöver. Unmittelbar vor der Untersuchung wird dieses Atemmanöver mit dem Assistenzpersonal geübt: „normal einatmen – normal ausatmen – normal einatmen – Luft anhalten. Unbedingt zu vermeiden sind tiefe Atemmanöver mit Bewegungen des Brustkorbes. Dies könnte die Beurteilung der Untersuchung erschweren bzw. unmöglich machen, was eine Wiederholung der Kontrastmittelgabe notwendig macht.

In seltenen Fällen, wenn die Befundung es verlangt, wird gezielt eine zusätzliche Darstellung notwendig sein.

Über das Ergebnis der koronaren CT-Angiographie werden Sie im Anschluss der Untersuchung fachärztlich in Kenntnis gesetzt. Dabei wird auch, wenn eine koronare Herzerkrankung nicht ausgeschlossen werden kann, über weitere Maßnahmen gesprochen. Auch über extrakardiale Nebenbefunde wird informiert.        

Bild:
Herz-CT
Gepostet am:
Mar 4, 2020
Quelle:
Teilen per Knopfdruck:
weitere neue erkenntnisse